Eine kleine gute Nachricht: Amazons Börsenwert fällt um mehr als 200 Milliarden US-Dollar

Im ersten Quartal 2022 zeigte der Amazon-Konzern eine für ihn ganz außergewöhnliche Entwicklung. Es entstand ein Nettoverlust von 3,8 Milliarden US-Dollar. Die Aktie brach um 14% ein; der Börsenwert sank an einem Tag um 200 Milliarden auf 1260 Milliarden US-Dollar. Es wird berichtet, dass die nächsten Monate ebenfalls nicht allzu rosig werden. Als Ursache werden Inflation und Probleme in den Lieferketten genannt.

Lesen Sie den Bericht vom 02.05.2022 im Amazon-Watchblog.

Jeff Bezos kokettiert mit dem Niedergang von Amazon

Das Internet-Journal „Business Insider“ für Wirtschaft und Politik berichtete schon im Dezember 2019 über mehrere Äußerungen Jeff Bezos zum erwarteten Niedergang von Amazon. Der Bericht wurde jetzt erneut geprüft und aktualisiert.

„’Amazon wird pleitegehen‘: Wie Jeff Bezos erklärt, dass der Tod von Amazon unausweichlich ist“, erfahren Sie hier.

Laut Artikel sieht Bezos die Lebensdauer großer Unternehmen wie Amazon eher bei 30 Jahren plus als bei 100 Jahren plus. Und er hofft, dass er noch vor seinem Unternehmen das Zeitliche segnet.

Diese Hoffnung können wir nicht teilen. Der 30. Geburtstag von Amazon ist im Jahr 2024.

Amazon in den USA: Mitarbeiter werden durch Roboter ersetzt. Künstliche Intelligenz kündigt automatisch

Bereits am 14.05.2019 berichtet die größte „Handelszeitung“ der Schweiz über den Stand der Robotik von Amazon. Die Schlussfolgerung der Zeitschrift lautet: „Die Mitarbeiter in den Lagerhäusern werden wohl bald ersetzt“. Zu dem Zeitpunkt war zunächst geplant in den 50 Fulfilment-Centern jeweils zwei Verpackungs-Roboter einzusetzen, wodurch 1300 Angestellte entlassen werden. Durch den Einsatz von Software der Künstlichen Intelligenz (KI) werden Mitarbeiter ermittelt, die ihre Produktionsziele nicht erreichen; ihnen wird durch diese Software automatisch gekündigt.

Die Kosten für die Roboter sollen sich in weniger als zwei Jahren amortisieren.

Als unsere Aktionsgruppe Beller Feld – Kein Platz für Amazon – die Stadtpolitiker mehrmals darauf hinwies, dass auch in Deutschland mit dem Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Verpackungsroboter in einigen Jahren zu rechnen sei, wurden wir ignoriert oder belächelt. Nebenbei: die Kündigung per KI gibt es heute schon in Deutschland.

Wenn Sie den Artikel in der Handelszeitung nachlesen möchten – bitte sehr!

Seid nicht gleichgültig! – Empört euch!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

am 07.12.2021 findet um 18:00 Uhr im Kurtheater in Horn-Bad Meinberg eine Bürgerinformationsveranstaltung anlässlich der erneuten Offenlegung des Bebauungsplans Be 10 „Industriegebiet Lippe“ statt. In dieser Veranstaltung dürfen auch die Bürger aus Wöbbel Fragen stellen und Position beziehen. Und am 09.12.2021 folgt die Stadtratssitzung ebenfalls um 18:00 Uhr im Kurtheater. Hier steht der Bebauungsplan auf der Tagesordnung. Es gibt eine Einwohnerfragestunde. Zuletzt hatte der Bürgermeister den Wöbbeler Bürgern untersagt, Fragen zu stellen!

Wir können davon ausgehen, dass der Stadtrat das Hohelied Amazons singen wird.

Dem Stadtrat wurde bei seinem Besuch in Oelde gezeigt, dass Arbeiten bei Amazon geradezu paradiesisch ist. Dies den Kritikern von Amazon vorhalten zu können, ist der wahre Grund für die Kaffeefahrt nach Oelde ins Logistikzentrum von Amazon. Die Presse hat das sehr breit dargestellt. Dass Amazon ein Meister im Feiern seiner Großartigkeit ist, hätte der Stadtrat an dem Umgang des Konzerns mit öffentlicher Kritik erkennen können. Aber das interessiert die Stadtpolitiker nicht. 

Umwelt- und Klimaschutz, Erhalt wertvoller Agrarflächen, Schutz bedrohter Arten, Schutz der Wöbbeler Einwohner vor der steigenden Hochwassergefahr  durch die Versiegelung des Beller Felds, Schutz der Ortsbevölkerungen vor Verkehrslärm, Feinstaubbelastung und Unfallgefahren, weltweite Kritik am Geschäftsgebaren Amazons und der Behandlung der Beschäftigten – nichts interessiert die Mehrheit der Politiker in Horn-Bad Meinberg.

Bürgerinnen und Bürger –

Seid nicht gleichgültig! Empört euch!

Nachrichtensperre zu Amazon im Beller Feld? Die Stadt Horn-Bad Meinberg übt sich im Schweigen!

Die Aktionsgruppe Beller Feld – Kein Platz für Amazon – gab am 01.07.2021 eine Presse-Erklärung heraus zum aktuellen Stand der Auseinandersetzung um die Ansiedelung von Amazon auf dem Beller Feld.
Seit einigen Wochen häuften sich die Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern. „Ist das Beller Feld jetzt an Amazon verkauft?“ „Security und Flatterbänder sind weg – rollen jetzt die Bagger?“ „Warum erfahren wir von der Stadt nichts?“
Die Presse-Erklärung endet mit den Worten: „Nichts ist entschieden! Die Stadt hat kein gültiges Artenschutzkonzept. Die Stadt hat keine Ausgleichsflächen für den Artenschutz. Die Stadt hat ein mangelhaftes Umweltgutachten. Die Stadt hat keinen rechtskräftigen Bebauungsplan. Unser Kampf geht weiter! Gegen Flächenfraß, Umwelt- und Klimaschädigung. Gegen die Gefährdung der Gesundheit der Menschen durch Amazon“.

Wenn Sie erfahren wollen, wie die Aktionsgruppe zu dieser Bewertung kommt, lesen Sie bitte hier die vollständige Presse-Erklärung.

Begegnung der dritten Art im Beller Feld

Erst jetzt erreichte uns der Erlebnisbericht eines Bürgers aus Wöbbel, der uns fassungslos machte. Wir geben seinen Text aus der E-Mail vom 01.07.2021 ohne Änderung wieder:

„Wie schnell sich gewohnte Dinge ändern können mußte ich im Frühjahr 2021 erfahren, als ich mit unserem Hund eine meiner üblichen Feierabendrunden durch die „Beller Felder“ machte.
Wie üblich ging ich von Wöbbel aus kommend den asphaltierten Wirtschaftsweg in Richtung Belle/Industriegebiet. Ich bog hinter der Ostwestfalenstraßenbrücke den ersten Feldweg links ab, um zu der unterhalb der Felder gelegenen Wiese zu gelangen.
Mir waren weder Verbotsschilder noch Zäune aufgefallen, nur die Stäbe mit den landschaftsverschandelnden Flatterbändern überall auf den Feldern.
Nachdem ich ca 10-15 Minuten mit dem Hund Frisbee gespielt hatte, ging ich weiter Richtung OW-Unterführung. Dort wurde ich von einem Mann abgefangen, der mir bereits bei vorigen Spaziergängen aufgefallen war, da er mit seinem PKW auf den Feld-, bzw Wirtschaftswegen herumfuhr.
Er wies sich als Security-Mitarbeiter der Fa Amazon aus, und erklärte mir ich hätte gerade eine Straftat begangen, indem ich quer über das Feld gelaufen sei. Auf meinen Einwand, daß ich nur über vorhandene Wege gegangen sei, und für mich nicht ersichtlich gewesen war das es sich um ein Firmengelände handle, ging er nicht ein! Desweiteren habe er die Polizei alarmiert, und untersagte mir, unter Androhung körperlicher Gewalt, weiterzugehen.
Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen blieb ich vor Ort, und rief nun meinerseits die Polizei an, da ich mich ernsthaft bedroht und genötigt fühlte.
Bei Eintreffen der Polizei wurde ich darauf hingewiesen, daß ich widerrechtlich ein fremdes Grundstück betreten hätte, und das als Hausfriedensbruch ausgelegt werden könne.
Auf meine Einwände bezüglich fehlender Schilder und mangelnder Erkennbarkeit eines Firmengeländes wurde nicht eingegangen.
Auch das ich am Weitergehen auf aggressive Art gehindert wurde schien für die Beamten korrekt zu sein!
Nach längerer Diskussion wurde ich mündlich verwarnt, und durfte weitergehen.
Seit 27 Jahren wohne ich nun in Wöbbel, war es gewohnt jederzeit mit Familie und Hund durch die Felder zu streifen, und hatte weder Ärger mit Landwirten, noch mußte ich mich je rechtfertigen. – Das scheint nun vorbei zu sein!“

Es fällt schwer zu ertragen, dass es in einem Rechtsstaat ungesühnt zu einem solchen Vorgang gekommen ist. Auf jeden Fall ist das ein weiterer Grund, gegen Amazon zu kämpfen – im Beller Feld und anderswo!

Heute beginnt die Auslegungsfrist für den Bebauungsplan „DerIndustriePark Lippe“

Die öffentliche Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans für das Beller Feld zur Ansiedlung des Logistikzentrums von Amazon dauert vom 07.01. bis einschließlich 15.02.2021. Innerhalb dieser Frist können alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger Äußerungen und Stellungnahmen zum Entwurf des Bebauungsplans schriftlich gegenüber der Stadt Horn-Bad Meinberg vorbringen. Ebenfalls kann die Stellungnahme per E-Mail an poststelle@vps.horn-badmeinberg.de gesendet oder zur Niederschrift beim Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Liegenschaften vorgebracht werden.

Alle Planunterlagen und Informationen für das Verfahren finden Sie hier:
Bekanntmachung der Stadt Horn- Bad Meinberg zur Offenlegung und Behördenbeteiligung für den Bebauungsplan Be 10 „Der Industriepark Lippe“

An der B 239: Für die tägliche Erinnerung!

Jeder Mensch, der in Dörfern oder Städten rund um den „Industriepark Lippe“ lebt, sollte sich klarmachen, was auf uns alle zukommt. Der zusätzliche Verkehr wird die Lebensqualität in unseren Kommunen gewaltig verschlechtern. Wertvollster Ackerboden im Beller Feld wird der landwirtschaftlichen Nutzung für immer entzogen, das Beller Feld wird klima- und umweltschädlich zerstört. Und das alles nur, um von mehr als 1000 Beschäftigten mit mieser Bezahlung und unter erniedrigenden Arbeitsbedingungen den Profit von Amazon und den Reichtum von Jeff Bezos weiter zu vergrößern.

Wer mit dieser destruktiven Wirtschaftspolitik der Stadt Horn- Bad Meinberg nicht einverstanden ist, darf nicht schweigend zusehen, bis die schlimmen Auswirkungen dieser Politik nicht mehr abzuwehren sind. Alle Sachverhalte, Ängste und Befürchtungen, die Sie gegen diese Pläne vorbringen können, sollten Sie der Stadt schriftlich mitteilen. Ihre Äußerungen und Stellungnahmen werden von dem Planungsbüro und der Verwaltung zu einem Abwägungsvorschlag verarbeitet. Dieser Abwägungsvorschlag wird nach dem Ende des Beteiligungsverfahrens dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Liegenschaften vorgelegt. Nach dessen Beschlussfassung geht der Vorschlag in den Stadtrat.


Das Beller Feld von oben

In den Diskussionen während der Mahnwachen wird immer wieder deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger keine Vorstellung von der Größe des Beller Felds haben. Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, haben wir per Drohnenflug das Gebiet, das die Stadt Amazon überlassen will und die übrige Fläche, die der Landwirtschaft ebenfalls verloren geht, auf Video aufgezeichnet. Josef Bussen vom Gripshof begleitet das Video durch einen Vortrag über die Vernichtung wertvoller landwirtschaftlicher Böden.

Hier können Sie sich das Beller Feld von oben anschauen.

Höllentag bei Amazon für befristet Beschäftigte

Am 15.10.2020 sendete die ARD das Magazin Panorama vom NDR. Als Höllentag bezeichnen befristet Beschäftigte den Tag, an dem sie erfahren, dass sie nicht weiterbeschäftigt werden. Zu diesem Gespräch werden sie unter Begleitung des Werkschutzes in verschiedene Räume geführt, um die schlimme Nachricht zu erhalten. Gründe hierzu erfahren sie nicht. Im Rahmen der Recherche weist Panorama nach, dass die Arbeit der Beschäftigten minutiös und lückenlos von einem Programm protokolliert und vom Vorgesetzten kontrolliert wird. Bei geringster Inaktivität wird der Beschäftigte zur Rede gestellt. Ein Vorgesetzter aus dem Amazon-Unternehmen berichtet, dass dieser Höllentag von Amazon als Releaseday – Tag der Freisetzung – bezeichnet wird. In der Regel geht es darum, Beschäftigte, die die durchschnittliche Produktivität nicht erreichen, zu feuern. Durch diese Politik treibt Amazon die durchschnittlichen Leistungsanforderungen immer weiter nach oben. Die Gefahr für die Beschäftigten, den Anforderungen von Amazon nicht mehr genügen zu können, wächst stetig. Den siebenminütigen Beitrag über das Logistikzentrum Winsen (Luhe) können Sie sich hier ansehen. Ein solches Logistikzentrum mit Robotik-Technik will Amazon auch im Beller Feld bauen.